Dienstag, September 12, 2006

 

Reisetipps zu Geld & Co / Reisesicherheit

Verstecke Geld, Pass, ev. Tickets an mehreren Stellen des Körpers. Eine Geldbörse mit sehr wenig Geld ist der Köder – Reißverschlüsse erschweren den Zugang zur Hosentasche. Ein wenig mehr befindet sich in der Bauchtasche vor dem Körper und noch ein wenig mehr in der Brusttasche – auch diese beiden offensichtlichen und Dieben bestens bekannten Aufbewahrungsorte lenken lediglich von den wirklichen Geldverstecken ab: Bauchtasche direkt am Körper, Geldgürtel und/oder Knöcheltasche. Erhältst du in Expeditionsgeschäften, wie dem Därr in München oder dem Steppenwolf in Wien. Du kannst auch zusätzliche Verstecke innen in den Hosen einnähen lassen – ev. abnehmbar mit Klettverschluss.
Hole nur wenn es gar nicht anderes geht unter den Augen anderer Nachschub aus den Verstecken für die Geldbörse, die Bauchtasche und den Brustbeutel – nur so viel, wie verschmerzbar ist. Üblicherweise findet sich auch in der Öffentlichkeit ein unbeobachtetes Plätzchen an dem du Geld & Co hervorholen kannst.
siehe unser Daily in Kinshasa - DRKongo:
www.weltleben.at/Reisesicherheitstipps-Daily

Sicherheitstipps für die Straße – Teil I
Taschendiebe lenken gerne ab. Beispielsweise blockierte in Barcelona ein Dieb vor mir die Rolltreppe, während der andere hinter uns versuchte ans Geld zu kommen. Ich verpasste dem Blockierer einen leichten Knuff in den Obeschenkel und Gisi hielt alle Wertsachen fest. Die Taschendiebe flüchteten.
Oft treten die Diebe in Gruppen auf – rempeln dich ›unabsichtlich‹ an – hatten wir zwei Mal in Bamako (Mali). Sofort Hände an die Hosentaschen, gleichzeitig Tasche etc. sichern, einen Schritt auf die Seite treten und »Dieb – Polizei! « in der Landessprache (!) rufen.
Gehe nie knapp an Hauseingängen vorbei. Versuche möglichst nahe an der Straße zu gehen damit du potentielle Diebe und Räuber rechtzeitig erkennst. In Kinshasa (DRKongo), Bangui (ZAR) oder Brazzaville (RKongo) sind wir sogar meist auf der Straße gegangen. Wenn du länger unterwegs bist lernst du mit der Zeit jeden einzelnen Menschen, dem du begegnest in Sekundenbruchteilen abzuchecken. Erscheint zu Beginn sehr mühsam, wird jedoch bald zur Routine. Du erkennst auch sofort Menschen, die dich taxieren – checken ob du ein mögliches Opfer bist. Zeige ihnen, dass du sie durchschaut hast - ein kurzer fester Blick genügt. Höre auf deinen Instinkt. Wenn dir eine Gegend unsicher erscheint ist sie es oft auch. Lieber einen Umweg gehen als ev. bestohlen oder überfallen zu werden.
Festes Schuhwerk ziehe ich in unsicheren Gegenden Sandalen selbst bei großer Hitze vor. Ein Pfefferspray befindet sich immer griffbereit in der Hosentasche. Achtung, bevor du sprühst einmal kurz schütteln – und keinesfalls gegen den Wind anwenden. Vorsicht wegen den Landesgesetzen bezüglich der Sprays.
In unsicheren Städten versuche vor Einbruch der Dunkelheit von der Straße zu sein – danach wenn es unbedingt sein muss im Fahrzeug fortbewegen. Ist beispielsweise in N’Djamena (Tschad) Vorschrift für die meisten NGO-Mitarbeiter von ihren Organisationen ausgehend. Erkundige dich bei Ortskundigen wo die unsicheren Gegenden sind und meide sie nach Möglichkeit.
Wenn du ein ungutes Gefühl bekommst lasse ein paar Meter Abstand zwischen dir und deinem Reisepartner. Einer wechselt beispielsweise die Straßenseite. Damit werdet ihr schwer einschätzbar, seid schwerer zu stellen – verhaltet euch eben nicht wie die üblichen Opfer, die sich dicht zusammendrängeln. Wir haben so einige Male ungute Situationen entschärft – die Typen verwirrt. Sobald es hart auf hart kommt kann einem der/die andere besser zu Hilfe kommen, als wenn ihr zusammen bleibt. Achtung: Nicht in jeder Situation sinnvoll – entscheide vor Ort. Lasse dir diese Möglichkeit zumindest als Option einmal durch den Kopf gehen. Situationen, die du dir vorab immer wieder vorgestellt hast meisterst du im Ernstfall besser. Du reagierst schneller! Die Räuber/Diebe verlieren damit ihr Überraschungsmoment.
Für härtere Länder: Lerne Selbstverteidigung – besonders effektiv ist das von den Israeli entwickelte Krav Maga. Du lernst in kürzester Zeit, wie du einen und auch mehrere Angreifer unschädlich machst. Sieht zwar längst nicht so schön aus wie Karate, Taekwondo oder Jiu-Jitsu – ist meiner Meinung nach jedoch wesentlich effektiver.

In welcher Form nimmt man Geld mit?
Mache einen Mix aus Bargeld, Reiseschecks, Maestrokarte (ATM) und/oder Kreditkarte – je nach Reiseziel gewichten. Nicht alles am gleichen Fleck verstauen. Schreibe keinesfalls die PIN-Codes auf – merke sie dir!
Stecke ev. eine Farbkopie deines Reisepasses samt Notfallnummern und andere dir wichtige Daten in eines der Geldverstecke – auch vom Reisepartner. Damit kannst du dir Im Fall der Fälle schneller Ersatz besorgen.

Geld & Co im Auto
Möglichst unzugänglich verstecken und/oder gut tarnen. Beispielsweise gibt es Cola Dosen mit abschraubbarem Boden bei den Reiseausrüstern.


LG Rüdiger
Ein Jahr 25 000 Kilometer mit 2x4 durch Afrika - weltleben.at

Donnerstag, September 07, 2006

 

Reisetipps: Sandfahren mit 2 x 4

und wie ich mit meinem Geländefahrzeug auch besser durchkomme

Mit unserem 2x4 Ford Transit Hidalgo haben wir Sand, Sanddünen und Tiefsand meistern müssen. Zu Schlamm, Laterit & Co werde ich demnächst einen eigenen Tipp verfassen. Die ersten Sanderfahrungen sammelten wir ein paar Jahre vor unserer einjährigen Reise mit einem Geländefahrzeug im Kaokovelt bei den Himbas in Namibia.

Namibia – Kaokovelt 2003
Wir treffen eines Morgens auf zwei Geländewagen von zwei Familien aus Botswana. Rick meint zu mir: »Du bist im Sand sicher mit Vierradantrieb gefahren?«
»Na klar!«
»Blödsinn, so lernst du nie richtig im Gelände fahren.«
Rick erklärt mir beim unvermeidlichen Bier was ich nun tun soll. Luft aus den Reifen lassen, vorausschauend fahren, Hindernisse mit Schwung nehmen: »und wenn ihr stecken bleibt ziehen wir euch mit der Winde heraus!«
Beruhigend und tatsächlich - es funktioniert! Unglaublich sogar durch die ausgetrockneten, weichsandigen Flussläufe kommen wir mit Schwung durch. Auf gerade mal 27 Kilometer der Reise benötigen wir noch unseren Vierradantrieb. Dabei ist der Van Zeyls-Pass angeblich der härteste Afrikas. Interessant!

Notwendige Ausrüstung für Sandfahrten
Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir uns schlussendlich für einen robusten normalen Bus mit kleinen Modifikationen entschieden. Wir wissen, dass wir mit sorgfältigen Vorkehrungen und Improvisation auch Gelände meistern können – Hinterradantrieb vorausgesetzt. Empfehlenswert sind mindestens 2 Sandbleche, ein Jack-all- oder Highjack Wagenheber mit einem zweiten Wagenheber samt großer Auflagefläche (mind. 2 Stück 60 x 30 cm großes Holzbrett vom Bau oder ein weitere Sandbleche), rund 28 Meter Berge- und 2 Meter Ankergurt, genügen Schäkel, eine Sandschaufel, ein kleiner Spaten, ein leistungsstarker Kompressor, eine Handpumpe (als Ersatz), ein Neigungsmesser und ein genauer Luftdruckmesser (wir haben einen bis 4 bar, doch bei voller Beladung ist auf Asphalt 4,45 bar lt. Hersteller ideal - war jedoch nicht so tragisch mit dem Schätzen).
Siehe auch den Reisetipp zu Sandbleche, Wagenheber und Seilwinde HIER weiter unten im Blog.

Der richtige Reifendruck im Sand
Das A und O für Fahrten im Sand sind Reifen, Reifendruck und vorausschauendes Fahren. Wir sind mit handelsüblichen M&S-Reifen, die je 950 kg tragen können, gefahren. Am besten sind nach unserer persönlichen Erfahrung die Goodyear-Reifen (Stollen) vorne und die Michelin-Reifen hinten, da sie keine Stollen haben. Dadurch graben sie sich bei Vollgas auf (tief)sandigen Abschnitten nicht so leicht ein. Bei normal tragendem Sand reduziere den Luftdruck vorne auf 2,3 und hinten auf 2,5 bar. Für Tiefsandstellen – sofern du sie rechtzeitig erkennst sind 1,5 bar und 1,8 bar angesagt. Bei besonders gemeinem Sand lasse die Luft ruhig bis auf 1 bar ab – ebenso, wenn du dich eingegraben hast. Achtung: Der ideale Druck richtet sich nach dem Gewicht des Fahrzeuges – Hidalgo wiegt voll beladen um die drei Tonnen. Also diese Richtwerte nicht mit einem LKW ausprobieren ;-) – bei einem bar springt beim LKW der Reifen von der Felge, wie wir aus Erzählungen wissen.
Tipp: Nach der Fahrt ist der Druck durch Walkbewegungen höher (!) - also entsprechen 2,3 bar bei einem warmgefahrenen Reifen so circa 2,8 bar dem kalten Reifen. Die Werte beziehen sich alle auf den noch nicht gefahrenen Reifen. Je weniger Duck & je höher das Fahrzeuggewicht, desto größer die Hitze und damit der relative Druckunterschied.

Hier findest du die Fortsetzung der wie fahre ich mit 2x4 oder 4x4 im Sand-Tipps:
www.weltleben.at/Reisetipps-Sandfahren

LG Rüdiger
Ein Jahr 25 000 Kilometer mit 2x4 durch Afrika

Samstag, August 12, 2006

 

Minen in Angola und anderswo - Tipps & Tricks

Vorgeschichte
Eigentlich wollten Gisi und ich auf unserer einjährigen Tour durch Afrika keinesfalls Angola passieren. Zu schlecht war der Ruf des Landes. Vor allem die auf 10 - 15 Millionen geschätzten Landminen bereiteten uns einiges an Kopfzerbrechen. Genau Zahlen existieren nicht. Es sind alles Schätzungen, da die diversen Konfliktparteien nach Jahrzehnten des Krieges die Übersicht über die fiesen Sprengkörper verloren haben. Einen bombastischen Abgang können einem die perfiden Minen auch noch nach Jahrzehnten garantieren.
Angola war abgesehen von den Minen eines der schönsten Länder auf unserer Reise - Menschen - Landschaft - Lebensgefühl :-) - die positive Überraschung! Das lebensfrohe Land ist, wenn man sich mit den extrem lausigen Zustand Namens Straße/Piste einmal arangiert hat echt toll.

Hier findest du 12 Minen-Tipps:
www.weltleben.at-Reisetipps-Minen

LG Rüdiger - weltleben.at
One year 25 000 kilometer with 2x4 through Africa
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und hier unsere verfluchte Mine in Angola:
www.weltleben.at Panzermine Krater Angola!

Donnerstag, August 10, 2006

 

Reisetipps: Sandblech, Wagenheber und Seilwinde

Sandbleche
Sandbleche sind unumgänglich, wenn du dich auf schweres Terrain begibst. Wir haben alte Luftlandebleche für unsere einjährige Reise vom Militär auftreiben können – eine Dur-Alu-Legierung. Diese exotische Mischung wurde während dem kalten Krieg entwickelt, als Kosten noch keine Rolle spielten. Üblichweise bekommst du heute bei den guten Ausrüstern welche aus Alu mit 4-5 mm Stärke. Bitte vorher ausprobieren. Lege sie dazu auf zwei Seiten, wie eine Brücke auf und stelle dich am besten zu zweit drauf. Wenn sie sich verbiegen solltest du sie keinesfalls kaufen. Die Dinger müssen im Erstfall enorme Lasten verkraften ohne sich allzu arg zu verbiegen.
Für normal motorisierte Fahrzeuge sind 1,5 Meter ausreichend --- für LKW und schwere große Geländefahrzeuge sollten es schon 3 m sein.
Wenn du alte Sandbleche bekommst, schneide die Hacken auf der Seite ab, die sind nur notwendig, wenn man Bleche nebeneinander auslegt und du willst wohl kaum eine Küste erobern. Ansonsten verbrauchen sie nur unnötig Platz und verhacken sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ich kann ein Lied davon singen...
Wir hatten zwei Stück mit und dadurch in manchen Situationen gehörig mehr Arbeit. Ideal sind 6 Stück: Immer zwei unter die Vorderräder, zwei unter die Hinterräder und die restlichen zwei vorne hin, dann fährt es sich aus der schlimmsten Tiefsandstelle wie auf Schienen – immer wieder die beiden hinteren Bleche nach vorne nachlegen. Eines der Bleche ist auch die ideale Unterlage unter den kanadischen Jackall-Wagenheber.
www.weltleben.at Tschadsee Sandbleche plus Improvisation

Jackall-Wagenheber
Vom Highjack-Wagenheber kann ich nur dringend abraten. Das Biest neigt dazu mit dem Hebel zurückzuschlagen und bricht einem dann mit Leichtigkeit wichtige Körperteile. Mit dem besseren kanadischen Jack-all kann man je nach Ausführung das Auto bis (angeblich) 1,5 Meter hochwuchten. 1,1 Meter ist nach meinen Erfahrungen das Maximum, danach steht das ganze ziemlich schief.
Nehmt unbedingt noch einen zweiten hydraulischen oder mechanischen Wagenheber mit.
www.weltleben.at Tschadsee Befreiung mit Jack All

Seilwinde
So eine Seilwinde ist was tolles. Vermittelt einem schon vor der Abfahrt so richtiges Abenteuerfeeling. So habe ich für unseren Ford Transit fleißig vorne und hinten einen festen Ankerpunkt für die 2,5 Tonnen-Winde geschweißt – was war ich stolz! Doch wenn du eine Winde brauchst kannst du dir sicher sein, dass dein Seil & Berge- & Ankergurt garantiert um einige Meter zu kurz ist – scheint ein Naturgesetz zu sein ;-)
Dann gibt es den tollen Tipp ein Rad im Sand einzubuddeln – absoluter Unsinn. Gerolf, ein Bekannter von uns hat dies zum Spaß einmal ausprobiert und ist kläglich gescheitert.
Das einzig halbwegs sinnvolle ist ein mechanischer Handseilzug, der jedoch einige Tonnen wuchten können sollte. Beispielsweise, um ein umgekipptes Fahrzeug aufzurichten, wenn du ein anderes Fahrzeug oder ausnahmsweise einmal einen Baum als Ankerpunkt in der Nähe hast. In meinen Augen nicht wirklich notwendig, mit Improvisieren schafft man es auch ohne.

LG Rüdiger - weltleben.at
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Freitag, August 04, 2006

 

Tipps für Benzin- oder Gaskocher

Benzin oder Gaskocher
Reisetipps für Benzin- oder Gaskocher: Jahrelang hatte ich diverse Gaskocher mit dabei auf Reisen und immer wieder durfte ich dann mein Essen romantisch am Lagerfeuer zubereiten. Weshalb? Gaskartuschen darf ich im Flugzeug nicht mitnehmen und in vielen Ländern bekommt man die für den Kocher passsenden nicht. In Jordanien hätte ich nur eine 5 Liter Gasflasche kaufen können – echt praktisch mit dem Rucksack. Es ist dann auch anfangs sehr witzig, bei einem Kameltrek in der Wadi Rum-Wüste in Jordanien vor jedem Essen eine Stunde lang auf die Suche nach Brennbarem zu gehen. Nach einigen Tagen wünsche ich mir dann, einen Kocher herbei. Zurück in Österreich sehe ich mir die diversen Benzinkocher an und stelle bald fest: Einige Modelle sind praktisch und verbrennen beinahe jeden Treibstoff – doch die Wartung bedeutet Arbeit. Erstehe dann nach langem Hin- und Her den Dragonfly von MSR. Dieser Kocher kann sogar fein reguliert werden und ich koche die letzten zwei Wochen vor der Abreise nach Patagonien nur mehr mit meinem neuen Prachtstück. Er funktionierte mit seiner praktischen Rütteldüse auch noch die erste Woche in Chile ohne Probleme. Danach bei Sturm und Regen will er eines Abends nicht mehr so richtig. Denke mir, dass ich das mit der mitgelieferten Nadel, dem Werkzeug und den Tipps des Herstellers schon beheben kann. Irrtum! Ein weitgereister Kanadier gibt mir dann seine nicht so ganz ungefährlichen Tricks mit auf den weiteren Weg: „Bei voller Brennleistung den Kocher nach unten halten und schütteln – nach jedem Kochen. Dann mit dem Nadelwerkzeug bei mittlerer Flamme die Düse reinigen – einmal die Woche. Wenn das auch nichts hilft: Alles zerlegen, die Spindel für die Feinregulierung rausdrehen und mit dem Fingernagel reinigen, auch die Düse herausschrauben und durchpusten. Zu guter Letzt: Den Dragonfly-Kocher nicht wie üblich nach dem zudrehen des Ventils leer brennen lassen, sondern ausblasen.“ Hatte danach keine Probleme mehr – der amerikanische Hersteller darf solch gefährliche Tipps natürlich nicht auf seiner Homepage veröffentlichen. Also Vorsicht und nicht nachmachen ;-)

2-flammig für die Reise
Für unsere weltleben.at-Reise ist uns dies jedoch zu mühsam, außerdem hätten wir gerne ein stabil stehendes Gerät. Große Gasflaschen nachzufüllen wird in Afrika zu einem echten Albtraum – damit kommt also nur ein Benzinkocher in Frage. Viel Auswahl gibt es nicht gerade am Markt und so kaufen wir uns den Coleman Unleaded Campstove 424, den mir ein befreundeter Bergsteiger ans Herz legt. Die Versorgung mit bleifreiem Benzin ist auf weite Strecken gesichert und für Durststrecken haben wir nach der West-Sahara einen 20 Liter Kanister gefüllt – dort gibt’s nämlich nur Super. Der Kocher funktioniert ohne die übliche Fummelei. Nach rund 80 Betriebsstunden geht die Nadel und das Rohr des Generators zu und muß ersetzt werden, laut Hersteller sollte dies erst nach 200 Stunden sein – vermutlich unter Laborbedingungen mit Reinbenzin. Habe die erste Nadel gereinigt und werde sie das nächste mal wieder einsetzen - mal sehen wie lange der Kocher dann noch funktioniert, bevor das Rohr des Generators ganz zu geht. Leider ist das Ventil für die Treibstoffzufuhr zu leichtgängig und an einer ungünstigen Stelle gelegen – dabei ist der Kocher schon lange am Markt. Es passiert uns immer wieder, dass sich das Ventil von selbst aufdreht, wenn der Tankteil samt Ventil und Generator im Gehäuse verstaut ist. Das Ventil kommt genau an den Rand im Gehäuse an. Da es leicht gängig ist, dreht es sich unmerklich auf und spritzt ganz fein das Benzin aus der Düse. Bei der Fahrt lassen wir deshalb sowieso immer den Druck ab, doch bei Standzeiten ist dies einfach unpraktisch. Ich horche deshalb nach dem Verstauen immer ganz genau hin, ob der Kocher wieder mal vor sich hin spritzt. Der Tankinhalt ist mit 1,2 Liter angegeben, den ich mit unserem 5 Liter-Kanister alle 3-4 Tage bis zu 9 mal füllen kann. Wie das Volumen berechnet wurde ist mir damit ein absolutes Rätsel. Im Ganzen gesehen ist der Benzinkocher jedoch ein problemloses und robustes Gerät und mit den kleinen Macken durchaus gut zu handhaben.
Siehe unser Prachtstück am 4. Bild von oben: www.weltleben.at Angola Benzinkocher

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Tipps zur Wasser-Aufbereitung

Ein Wort Vorweg. Keiner der hier genannten Hersteller bezahlt oder unterstützt uns in irgend einer Weise. Diverse Produkte funktionieren bestens, andere sind brauchbar mit kleinen Macken und manche versagen einfach kläglich. Die Wertungen hier basieren auf meinen Erfahrungen und der lieben Not mit so manchem tollen Ausrüstungsteilen der letzen 15 Jahre. Nur so am Rande: Diverse Trekkingausrüstungsteile von Eduscho/Tschibo waren funktioneller und hielten mehr aus als von so manchem renommierten Hersteller – man muss nur wissen worauf man zu achten hat.


Chemische Desinfektion von klarem Wasser
Reisetipps zur Wasser-Aufbereitung: Sauberes Trinkwasser ist für unseren an reinstes Wasser gewöhnten Organismus notwendig, um gesund zu bleiben. Die meisten Trekkinggeschäfte raten einem dann zum normalen Mikropur, einem reinen Silberionenpräparat. Schon hatten wir immer wieder den schönsten Durchfall auf Reisen und wußten bis letzes Jahr nie weshalb. Silberionen dienen lediglich der Haltbarmachung von Wasser – das weiß jedoch kein Verkäufer – so meine Erfahrung - in den diversen Trekkinggeschäften! Um Bakterien und Viren zu Leibe zu rücken ist ein Kombinationsmittel zum Beispiel mit Chlor notwendig. Richtig dosiert bekommt man wesentlich weniger Chlor ab, als in diversen europäischen Großstädten aus der Wasserleitung. Außerdem verflüchtigt sich Chlor großteils, wenn man die Kanister entlüftet . Wir verwenden auf der Reise Certisil Combina cc 50.000p - das ist die extrem günstige Großpackung für 50 000 Liter Wasser. Leider ist die Dosierung nicht so praktisch wie bei den Kleinpackungen und vom schlauen Hersteller natürlich nur für 100 Liter Tanks gedacht. In Nîmes haben wir uns deshalb in einer Apotheke 1/5g abwiegen lassen und diese Menge in einer Plastikeprouvette mit einer Markierung versehen. Mit einer Spitze von einer Silikonspritze als Trichter können wir nun das Mittel für unsere 20 Liter Kanister genau dosieren und haben dem Produzenten ein Schnippchen geschlagen. Funktioniert bis 5 Liter relativ genau, danach einfach ein wenig über dosieren - ist immer noch besser als krank zu werden und den rund 100-fachen Preis für die gestreckte Kleinmenge zu bezahlen. Mit einem Brita-Wasserfilter für den Haushalt - haben wir uns in Paris abgeschaut - werden die nicht verflüchtigten Chlorreste nach dem Einwirken heraus gefiltert. Dies geht jedoch nur für klares Wasser.

Mechanische Filterung von trübem Wasser
Wenn das Wasser jedoch trüb ist, heften sich das Chlor und die Silberionen an die Schmutzteilchen und die Bakterien, Viren und Kleinstlebewesen kommen ungeschoren davon. Schlecht für uns! Deshalb verwenden wir aufgrund mühsamer Erfahrungen mit diversen Pumpfiltern einen Keramik-Syphonfilter von Katadyn. Die Keramikfilterkerze erhöht in einen Kübel oder eine Faltschüssel legen und weiter unten tropfen rund 2-3 Liter gereinigtes Trinkwasser pro Stunde (!) heraus – ohne mühsames Pumpen nur durch die Schwerkraft. Da kleinste Viren durch den Filter schlüpfen können verwenden wir danach sicherheitshalber wieder Certisil Combina. Bei extrem verschmutzem Wasser filtern wir vorher durch mehrere Lagen Stoff den gröbsten Schmutz heraus, sonst wäre der Filter bald erledigt.
Es ist auch wichtig, sämtliches Wasser, auch für den Duschwassersack, zu behandeln – Legionellen fühlen sich bei 50 Grad gerade so richtig wohl und sich Billharziose aus stehenden Gewässern einzufangen ist auch nicht ohne.
Der Tee bei den diversen Einladungen sorgt schon für genug Abhärtung. Sämtliche Erreger sind erst nach rund 7 Minuten Kochen vollständig erledigt und so lange siedet niemand das Teewasser. Natürlich funktioniert auch die andere Variante nichts zu desinfizieren, Monate lang an Durchfall zu leiden, immer resistenter zu werden und danach selbst aus Schmutzlacken trinken zu können – hat auch etwas für sich.

Kanister versus Wassertanks
20 Liter Kanister mit sehr großen Füllöffnungen (!) für die Reinigung sind praktisch im Vergleich zu großen Wassertanks, da sie leichter sauber zu halten sind und wir das Wasser in verschiedene Qualitäten einteilen können. Außerdem kann ich damit zu einer Quelle oder einem Brunnen auch hin marschieren. Größere Kanister werden unhandlich und sind schwer zu handhaben. - bin ja nicht Arnold Schwarzenegger! Derzeit unterscheiden wir zwischen Qualität A und B für Trinkwasser und Gebrauchswasser. Alle drei Monate desinfizieren wir die Kanister mit Aktivsauerstoff – gibt’s in jedem Campinggeschäft - und rund einmal monatlich mit einer fünffachen Dosierung von Certisil Combina. Neben 3 stationären Kanistern haben wir auch Faltkanister dabei, die zwar wenig Platz benötigen, doch durch die Kälte an einigen Knickstellen Löcher bekommen haben und ein wenig beim Hahn lecken. Deshalb müssen wir sie senkrecht aufstellen oder mit einem minimalem Wasserverlust rechnen. Die Löcher sind jedoch problemlos mit Silikonklebern, wie Abro Blue RTV Silicone oder auch Zeltnahtabdichtungsmittel samt Flicken zu reparieren. Bei den stationären Kanistern löst sich nach rund 1-2 Monaten der Dichtungsring bei den Wasserhähnen auf – weiten sich oder werden brüchig – lausige Qualität! Habe ich nun mit Sikaflex Industriesilikonkleber eingeklebt. Dies hält nun wirklich dicht und wir brauchen keine Angst um unser Trinkwasser haben.

Das beinahe unzerstörbare Schnabeltierbeutelchen
Das Wasser für den Tag füllen wir in die geschmacksneutralen und nahezu unzerstörbaren 3-lagig verschweißten platypus - Schnabeltier – Trinwasserbeutel. Haben je zwei 2,5 Liter- und einige 1 Liter-Beutel dabei. Kaufte diese wahren Wunderdinger das erste Mal vor meiner Patagonienreise in Wien in einem einschlägigen Trekkinggeschäft. Der Verkäufer stolz: „Da kannst sogar draufspringen oder sie zum Kochen bringen. Die platzen nie!“ – „Wirklich, das will ich ausprobieren.“ Der Verkäufer ein wenig verunsichert: „Füll sie halt!“ Er hat dies wohl noch nie wirklich selbst versucht. Ich bin dann einige Male mit meinen 80 Kilogramm auf den gefüllten Beutel gesprungen – er hielt wirklich dicht. Einziger Wermutstropfen: Keine säurehaltigen Getränke einfüllen, danach ist das Schnabeltierbeutelchen leider nicht mehr ganz so geschmacksneutral ...und nach 6 Monaten fängt es in der Regel zu tropfen an. Da man eine lebenslange Garantie hat einfach umtauschen ;-)

Kühlung mit Verdunstungskälte
Damit das Trinkwasser kühl bleibt, machen wir es ähnlich wie die Nomaden überall in der Wüste, wir wickeln ein leicht ausgewrungenes Tuch – meist mit dem restlichen Spülwasser – um unseren Beutel. Durch die Verdunstungskälte ist das Wasser selbst bei 43 Grad und darüber angenehm kühl.

Zu wenig Salze im Wasser
Wenn das Wasser den Durst überhaupt nicht löscht, sind zu wenig Salze drinnen – einfach ein wenig Salz dazugeben. Einen Stein in den Mund nehmen und lutschen sorgt auch für ein geringeres Durstgefühl. Dieses Problem tritt jedoch in Wüstengegenden aufgrund des Wassers aus der Tiefe eher seltener auf. Probleme mit dem Salzgehalt des Wassers hatte ich in Chile und Argentinien bei meinem Treks - Patagonien

LG Rüdiger - weltleben.at
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Donnerstag, August 03, 2006

 

Straßensperren ohne Geld meistern!


Wie schaffe ich es ohne zu zahlen durch die Straßensperren der Zentralafrikanischen Republik?
Gilt auch für die RKongo und die DRKongo!

Reisetipps – Straßensperren ohne Geld meistern: Ich habe den Text ursprünglich für Freunde auf Englisch verfaßt, deshalb ist er nicht deutsch. Gisi und ich (Rüdiger) waren ein Jahr 25 000 Kilometer vor allem in Afrika unterwegs - mit unserem Ford-Transit: Hidalgo. Weiteres auf http://www.weltleben.at
Einige unserer Erlebnisse mit den Straßensperren in der Zentralafrikanischen Republik samt teurem Anfang an der Grenze:
www.weltleben.at Straßensperren Zentralafrikanische Republik Baboua
www.weltleben.at Straßensperren ZAR Hürdenlauf
www.weltleben.at Straßensperren ZAR Routine
www.weltleben.at Straßensperren Zentralafrikanische Republik Grenze

How to manage all these Roadblocks in the CAR?

I can give you some tips. Please refuse to pay as long as possible, because people following you have a easier job. You have to know, that since 2003 there is peace in the country and since beginning of 2005 the government is not accepting corruption any more. They send them to jail for 3 years up!!!
But they are used to take and take, even from the locals.

1. Ad a big flag of your country of origin to your car! You look more official. Get a letter of recommendation (in French!). We got one from the International Institute of Peace. But you can also create a letter by yourself. We have been the first travelers with their own cars from Europe within 10 years, so why not.

2.Be self confident!

3. Turn up the headlights of your car (how the government does *ggg*)!

4. Sometimes friendly, sometimes rude (You will soon find out)!

6. Show them that you have a lot of time to steal them!

7. Our best trick (only working with the military) was:
- Drive as close to the road block as possible. Full breaking!
- Don't get out of the car. Fixate them angrily!
- They always show up (after 1-3
Min.)!
- Look a little nicer, but still serious!
- Take the window down to the half (not further!).
- With Firmer voice:
We are from (AD YOUR COUNTRY and point at the flag), (AD YOUR ORGANIZATION and point at your sticker) and we want to continue!
It always worked 100%: They opened the road block. But I was always sweeting...

5. Others: Explain them, that you just need a stamp for entering and leaving the country and that their stamp is illegal! Because when they see, that you have got some stamps, they know, that you pay. Then they will ask a registration-fee. React depending on the situation! E.g. wait in the car and read a book. Usually it works after 10-25 Minutes.

6. They have many Customs in the country. Explain them you will tell your friends in Bangui and so on.
But take care: Adrenalin kicks, when they slacken their Kalaschnikow - but this happend to me just once with the Custums. So it's good to have a partner and play the good cop bad cop game. She/he can take you out, when you have gone too far One gets angry - the other calms down.
You will find out soon and get through these roadblocks!

LG Rüdiger - weltleben.at
One year 25 000 kilometer with 2x4 through Africa
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Themen der nächsten Wochen!

Extrem-Reisetipps;-)
* Reisesicherheit Teil II & III
* Wozu Schneeketten in den Tropen?
* Wie befreie ich mich aus Schlamm & Co?
* Wie befreie ich mich aus Sand? (gepostet)
* Wie Wasserlacken meistern ohne abzusaufen?
* Reifen flicken in nur 5 - 8 Minuten!
* Wie richtig im Sand fahren? Wie auf felsigem Untergrund?
* Welcher Schlafsack ist der Richtige für welchen Zweck?
* Wirkungsvolle lokale Medizin, die wir ausprobiert haben
* GPS Koordinaten von Botschaften, etc.
* Reisetipps: Geld?
* Wo finde ich einen Bankomat (Visa, Maestro) - ATM in Afrika?
* Visa, Carnet & Einreiseformalitäten
* Geht es auch mit 2x4 und was muß ich beachten? (großteils gepostet, siehe Sandfahren)
* Gesundheitstipps - Malariasymptome, die Mediziner i.d.Regel bei uns nicht kennen.
* Erste Hilfe gegen Grenzer
* Verhalten im Ernstfall! (teils gepostet, siehe: Geld / Reisesicherheit)
* uswusf.

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